Erste Rundfahrt für Christoph Gobber

Es war für unseren jungen Athleten Zeit um den nächsten Schritt im Radsport zu wagen und sich erstmals der Herausforderung eines Etappenrennens zu stellen. Christoph Gobber entschied sich für die 42. Dolomitenrundfahrt, dem Giro delle Dolomiti. Das Rennen führte die Teilnehmer über sechs Etappen mit einer Gesamtdistanz von 600 Kilometern und mehr als 11.000 Höhenmetern durch die traumhafte Bergwelt Südtirols. Die Besonderheit des Rennens war, das nicht die gesamte Etappe zeitgestoppt wurde, sondern immer ein bestimmter Abschnitt. Start und Ziel jeder Etappen war Bozen, Ausnahme war die Etappe auf das Stilfser Joch, hier erfolgte ein Autotransfer. 

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"Bevor ich mit der Beschreibung der einzelnen Abschnitte beginne, möchte ich an zwei Personen besonderen Dank aussprechen. Richi hat mich vor dem Rennen super betreut und mich mit wertvollen Tipps unterstütz. Es ist etwas besonderes, nicht vor Ort in Leoben zu sein und all die Traineranweisungen per Mail zu erhalten und umzusetzen. Aber es hat geklappt! Die zweite Person ist Heinz Kargl. Der ehemalige deutsche Bundesliga Fahrer und Sportliche Leiter hat mich mit der Taktik und dem Material während der gesamten Rennwoche unterstütz".

 

1. Etappe Jaufenpass: Am 22. Juli startete der Giro delle Dolomiti. Von Bozen ging es zunächst nach Meran und dann auf den Jaufenpass. Das erste Kräftemessen auf dem 19 Kilometer langen Anstieg! Mit der 30. schnellsten Zeit auf die Passhöhe war Christoph mehr als zufrieden und das gab ihm sofort das Gefühl, dass bei dieser Rundfahrt "etwas" möglich sei. 

 

2. Etappe Reiterjoch: Der Anstieg auf das Reiterjoch ist kurz aber hart. Für Christoph als leichter "Kletterer" kamen ihm diese Steigungsprozente sehr entgegen. Ab der Hälfte des Anstieges hatte Christoph das Gefühl, "als gebe es kein morgen". Die Gruppe mit Christoph fuhr ein extrem hohes Tempo bergauf, den Sprint zur Bergwertung konnte Christoph für sich entscheiden. Leider war nach dieser Etappe das Vorderrad kaputt! Aber ein Ersatz Carbon-Laufrad wurde von Heinz bereitgestellt. 

 

3. Etappe Sellaronda: Die Königsetappe mit über 3000 Höhenmeter. An diesem Tag mussten von den Teilnehmern vier Bergpässe erklimmt werden. Das Sella Joch, der Passo Pordoi, der Passo Campolongo und um die Runde um den Salla Stock zu schließen das Grödnerjoch. Die wohl beste Bergfahrt von Christoph bei dieser Rndfahrt. Es war richtig hart auf das Grödnerjoch, aber die Zeit war top und das zählte schlussendlich. 

 

4. Etappe Stilfser Joch: In den Stunden vor dem Etappenstart erfolgte der Autotransfern nach Prad. Das Stilfser Joch mit 24 Kilometer Länge, den 48 Kehren bis zum Gipfel und den mehr als 1800 Höhenmeter ist ein Muss für jeden Radfahrer. Der Respekt vor diesem Berg war groß. Das merkte man auch bei den anderen Fahrern. Die Gruppe mit Christoph fuhr schnell in die Steigung hinein, aber keiner wollte hier schon voll wegpressen. Der Weg hinauf war schließlich noch sehr lang. Christoph hatte seinen Konkurrenten stets im Blick. Bei Kilometer fünf vor dem Ziel setzte Christoph eine Attacke und konnte so Zeit herausfahren! Platz 21 aufs Stilfser Joch!

 

5. Etappe Seiser Alm: Die letze Bergwertung des Giro delle Dolomiti stand bevor und somit auch die letzte Möglichkeit, sich nochmals im Gesamtklassment zu verbessern. Christoph an achter Stelle des Klassen-Rankings wollte einen "Generalangriff" auf den sechsten Platz starten. Das bedeutete, über drei Minuten herauszufahren! Der Anstieg auf die Seiser Alm war eine enorme Strapaz für Christoph. Die heißen Bedingungen und die vorherigen Etappen haben an den Kräften gezehrt. Unser Athlet gab Alles auf diesen Berg, aber schlussendlich musste er sich mit Platz acht im Klassen-Ranking zufrieden geben. Zumindest konnte er den Sprint ins Ziel erneut gewinnen. 

 

6. Etappe Zeitfahren: Die letzte Etappe war nicht mehr für das Gesamtklassment relevant und sollte wie ein "Schaulaufen" die Rundfahrt beenden. Christoph und Heinz gaben trotzdem ordentlich Gas und konnten so ein zufriedenstellendes Zeitfahren absolvieren. 

 

Der Giro delle Dolomiti war für Christoph der perfekte Einstand in die Welt der Etappenrennen. Im Gesamtklassment konnte er sich den 21. Platz und in der Klassenwertung den achten Platz sichern. Gesamtsieger wurde der Belgier Daan Vermeulen.

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